Inauguration von Präsident Donald Trump

Foto: White House photographer - Official White House Facebook page, Gemeinfrei

America first!

Die feierliche Amtseinführung des Präsidenten der Vereinigten Staaten (Inauguration) markiert den Beginn der Amtszeit des Präsidenten. Der Zeitpunkt der Amtseinführung wurde auf den 20. Januar nach der Präsidentschaftswahl festgelegt.

Nach Art. II, 1 der Verfassung der Vereinigten Staaten leistet der Präsident bei Amtsantritt folgenden Eid:
„Ich, Donald Trump, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde, so wahr mir Gott helfe.“

Donald Trump ist am 20.01.2017 in Washington als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden und tritt damit die Nachfolge von Barack Obama an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr gewählt werden konnte.

Die Welt hatte mit Spannung darauf gewartet, ob er nun, da er offiziell Präsident der größten Wirtschafts- und Militärmacht der Welt ist, einen anderen Ton als im Wahlkampf  anschlagen würde.

Trump setzt auf Amerika: einzig und allein. Nichts anderes als Härte zählt. Das war der Kern seiner Botschaft. Über den Zustand Amerikas zeichnete er ein düsteres Bild. Trump will zwar die Macht den Bürgern zurückgeben, aber eben nur jenen, die seine Ziele unterstützen. Mit den Verbündeten will er zwar eng zusammenarbeiten, aber nur wenn diese ihn in seinem Ziel unterstützen: "America first!"

Seine Antrittsrede war eine Klatsche für die vergangenen Regierungen: „Zu lange hat eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unseres Landes den Lohn der Regierung einkassiert während das Volk die Kosten tragen musste. Politiker gedeihen, aber die Jobs sind verschwunden und die Fabriken haben geschlossen. Das Establishment hat sich beschützt aber nicht die Menschen unseres Landes“, sagte er. Doch für zu viele Bürger gäbe es eine andere Realität: „Mütter und Kinder, die in unseren innerstädtischen Problemvierteln in Armut gefangen sind; verrostete Fabriken, die wie Grabsteine über die Landschaft unserer Nation verstreut liegen; ein Bildungssystem, das genug Geld hat, das aber unsere jungen und schönen Schüler jeglichen Wissens beraubt; und das Verbrechen und die Banden und die Drogen, die zu viele Leben gestohlen und unserem Land so viel unerfülltes Potenzial genommen haben.“ Dieses Massaker Amerikas ende hier und jetzt.

Amerika müsse jetzt zuerst kommen, dem habe sich alles andere unter zu ordnen: „Wir haben Billionen und Aberbillionen von Dollar im Ausland ausgegeben, während die amerikanische Infrastruktur zerfallen ist. Wir haben andere Länder bereichert, während sich der Reichtum, die Stärke und das Selbstbewusstsein unseres eigenen Landes sich über dem Horizont aufgelöst hat. Eine Fabrik nach der anderen schloss und verließ das Land, ohne auch nur einen Gedanken an die Millionen und Abermillionen amerikanischer Arbeiter zu verschwenden, die zurückgelassen wurden. Der Reichtum unsere Mittelklasse ist von ihr gerissen und in der ganzen Welt verteilt worden. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt blicken wir nur in die Zukunft."

Sein Wirtschaftskonzept sei sehr einfach: „Wir werden zwei einfachen Regeln folgen:  Amerikanisch kaufen, amerikanisch einstellen."

Der Welt drohte er: „Wir sind heute hier zusammengekommen, um ein neues Dekret zu erlassen, das man in jeder Stadt, in jeder ausländischen Hauptstadt und in jedem Machtzentrum hören soll. Vom heutigen Tag an wird eine neue Vision unser Land regieren. Vom heutigen Tag an wird es nur noch Amerika zuerst heißen, Amerika zuerst.“
Trump ist sogar bereit, die USA wirtschaftlich zu isolieren. Er glaubt, dass die internationalen Handelsabkommen zum Nachteil seines Landes waren.: "Von diesem Tag an heißt es nur noch: Amerika zuerst. Alle Entscheidungen über Handel, Steuern, Einwanderung, Außenpolitik werden zum Vorteil amerikanischer Arbeiter und Familien getroffen.“

Dem islamistischen Terrorismus sagt er den Kampf an: „Wir werden alte Allianzen wieder stärken und neue gründen und die zivilisierte Welt im Kampf gegen den radikalen, islamischen Terror vereinen, der völlig vom Antlitz der Erde verschwinden wird.“

Trump will Präsident aller Amerikaner werden, „Es ist an der Zeit, sich an die alte Weisheit zu erinnern, die unsere Soldaten niemals vergessen werden: Unabhängig davon, ob wir schwarz oder braun oder weiß sind – wir alle bluten dasselbe rote Blut der Patrioten. Gemeinsam werden wir Amerika wieder stark machen. Wir werden Amerika wieder wohlhabend machen. Wir werden Amerika wieder stolz machen. Wir werden Amerika wieder sicher machen. Und ja, gemeinsam werden wir Amerika wieder großartig machen.“

Trump blieb sich treu und setzte sich über alle Traditionen, die die amerikanischen Präsidenten ausgemacht haben, hinweg und das in einer deutlichen Art und Weise. Wohl noch nie hatte die Antrittsrede eines US-Präsidenten einen radikaleren Ton. Mit seiner Ansprache verpasste er die Chance, mit versöhnlichen Worten klarzumachen, dass er sich als Präsident aller Amerikaner sieht und die tief gespaltene Nation wieder vereinen will. Er ist von seinem Kurs, den er in den vergangenen Monaten vertreten hatte, auch auf dem Weg nach Washington, nicht abgebogen. Es war eine Rede, die auf Spaltung, nicht auf Versöhnung der tief gespaltenen USA angelegt war und die nicht dazu beitragen wird, Gräben zu schließen oder Befürchtungen zu verringern. Es war eine Rede, die an jene gerichtet war, die für ihn gestimmt haben und nicht an jene – die Mehrheit –, die das nicht taten.

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Trump Inauguration Speech

Youtube Video: Trump Inauguration Speech (FULL) | ABC News

tagesschau - Video mit Übersetzung: US-Präsident Trump hält erste Rede nach Vereidigung

Welt: Die Antrittsrede im Wortlaut (Übersetzung)

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Inaugural Adress

(Autor: Sebastian Dregger)

I. Einleitung

Die Rede zur Amtseinführung eines neuen amerikanischen Präsidenten zeichnet sich durch eine Reihe von Besonderheiten aus, die man kennen und berücksichtigen muss, wenn man deren jeweilige Bedeutung angemessen verstehen will. Was diese Besonderheiten der amerikanischen Inaugural Address im Einzelnen anbelangt, so hat die Rede zur Amtseinführung zum einen eine Reihe spezieller Funktionen zu erfüllen; zum anderen werden in einer solchen Rede eine Reihe besonderer rhetorischer Stilmittel verwendet, die dazu dienen, diese besonderen Funktionen zu erfüllen.

Die  Inaugural Address ist im Wortlaut der US-amerikanischen Verfassung von 1787 gar nicht vorgesehen.-

II. Die Funktionen und rhetorischen Stilmittel der Inaugural Address

Es gibt insgesamt vier verschiedene Funktionen, die eine Inaugural Address erfüllen muss. Dabei enthält jede einzelne dieser vier Funktionen ein bestimmtes inneres Spannungsverhältnis, eine bestimmte innere Widersprüchlichkeit, denen sich jeder Präsident stellen muss.

 

  1. Die erste Funktion bezieht sich auf die Amtsführung des Präsidenten. Der neue Amtsinhaber muss zum einen klar zum Ausdruck bringen, dass er sein Amt in der Art und Weise und den Grenzen ausüben will, die die amerikanische Verfassung von 1787 vorsieht. Zum anderen aber will der neue Präsident seine Zuhörer von seinem außerordentlichen Charisma überzeugen, welches ihn – und niemanden sonst – in die Lage versetzt, auch schwierige politische Probleme tatkräftig anzugehen und so die amerikanische Nation auch durch schwere Krisen hindurch führen zu können.

  2. Die zweite Funktion bezieht sich auf die amerikanische Bevölkerung, deren Mehrheit schließlich den neuen Präsidenten ins Weiße Haus gewählt hat. Zum einen muss der neue Präsident es verstehen, die Spaltungen des Wahlkampfes zu überwinden und sich so als Präsident aller Amerikaner in der Antrittsrede zu präsentieren, auch denjenigen gegenüber, die den aktuellen Amtsinhaber nicht gewählt haben. Zum anderen aber muss er darüber hinaus ein Zeichen in seiner Rede an seine Anhänger richten und ihnen gegenüber klar zum Ausdruck bringen, in welchen grundlegenden Dingen sich der neue Amtsinhaber von seinem Vorgänger und seinem Gegenkandidaten im Wahlkampf unterscheiden möchte.

  3. Die dritte Funktion einer Inaugural Address bezieht sich auf die Geschichte des Präsidentenamtes. Um als neuer Amtsinhaber glaubwürdig zu erscheinen, muss sich jeder Amtsneuling in seiner Rede mit dem inzwischen über 200-jährigen historischen Erbe seines Amtes auseinandersetzen. Gleichzeitig aber genügt ein bloßer Verweis auf bestimmte Amtsvorgänger nicht, um tatsächlich auch glaubwürdig zu sein. Vielmehr muss es dem neuen Präsidenten gelingen, einen direkten Bezug zur aktuellen Gegenwart herzustellen, indem er eine unmittelbare Vision für die Jetztzeit in seiner Rede aufzeigt, die weder eine bloße Instrumentalisierung historischer Begebenheiten noch ohne historische Bezüge sein darf.

  4. Die letzte Funktion bezieht sich auf den Adressatenkreis der Rede. Einerseits richtet sich die Rede zur Amtseinführung an das gesamte US-amerikanische Volk. Schließlich hat eine Mehrheit der US-Amerikaner den aktuellen Präsidenten erst ins Weiße Haus gewählt – und sonst niemand. Andererseits richtet sich die Rede auch an die übrige Welt. Denn auf der einen Seite muss der amerikanische Präsident aufgrund der besonderen Stellung der USA in den internationalen Beziehungen und des besonderen amerikanischen Sendungsbewusstseins auch eine Botschaft an das Ausland. Auf der anderen Seite wird die Rede zur Amtseinführung im Ausland mit großem Interesse verfolgt, wie die umfangreiche internationale Berichterstattung über dieses Ereignis erkennen lässt, so dass der neue Präsident eine gewisse internationale Erwartungshaltung bezüglich einer klaren außenpolitischen Botschaft erfüllen muss.

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Donald Trump