Wie viele Amerikaner/-innen würden für Clinton oder Trump stimmen?

Und wieder lagen die Demoskopen falsch: In landesweiten Umfragen sahen die Meinungsforscher Hillary Clinton, wenn auch nur knapp, mit drei Punkten in Führung. Donald Trump belehrte sie eines besseren: locker nahm er die Grenze von 270 Wahlmännerstimmen und wird damit nächster US-Präsident. Selbst die Wahrscheinlichkeit, das Clinton die Wahl gewinnt, lag noch am Tag vor der Wahl bei 71,9 Prozent, Trump kam auf 24 Prozent - ein Desaster für die Analysten.

Einen Tag vor den Präsidentschaftswahlen in den USA liegt Hillary Clinton (Demokraten) in den Umfragen nur noch knapp vor Donald Trump (Republikaner). Das Portal "Real Clear Politics" (RCP) fasst die Umfragewerte verschiedener Medien und Umfrageinstitute zusammen: demnach liegt Hillary Clinton bei US-weiten Umfragen aktuell bei 47,2 Prozent, Donald Trump erreicht bundesweit 44,2 Prozent (Stand: 7. November 2016, Quelle: RCP).

Die Grafik zeigt, wie sich die Umfragewerte von Hillary Clinton und Donald Trump von Januar bis heute entwickelt haben:

Statistik: US-Wahl: Umfragewerte von Hillary Clinton und Donald Trump in den USA von Januar 2016 bis September 2016* | Statista
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Wie wahrscheinlich ist es, dass Clinton oder Trump die Wahl gewinnen?

Die Umfragen kurz vor der Wahl sagten voraus, dass bei den Präsidentschaftswahlen etwa 47 Prozent der Wähler/-innen für Hillary Clinton (Demokraten) stimmen werden und etwa 44 Prozent für Donald Trump (Republikaner). Heißt das, dass die Chancen der beiden auf die Präsidentschaft genauso hoch sind?

Nein, sagen amerikanische Wahlforscher/-innen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hillary Clinton die nächste amerikanische Präsidentin wird, liegt bei etwa 71 Prozent, dass Trump Präsident wird, liegt nur bei 28 Prozent, sagt beispielsweise der renommierte US-Statistiker Nate Silver (Quelle: fivethirtyeight.com). Wie kommt die große Abweichung zustande?

Die Gründe dafür liegen im amerikanischen Wahlsystem: um zu siegen, muss man nicht bundesweit die meisten Stimmen sammeln (also den "popular vote" gewinnen), sondern in möglichst vielen Bundesstaaten mit vielen Wahlmännern/-frauen die Mehrheit erreichen (und damit die Mehrheit von 538 Wahlmännern/-frauen im "Electoral College" sichern).

Entscheidend sind vor allem die Stimmen in den sogenannten "Swing States" - das sind Bundesstaaten, in denen es keine stabilen strukturellen Mehrheiten für Demokraten oder Republikaner gibt, sondern in denen einmal die eine und dann wieder die andere große Partei gewinnt (Übersicht über das amerikanische Wahlsystem).

Zur Zeit führt Hillary Clinton die Umfragen in wichtigen Swing States wie Florida (29 Wahlfrauen/-männer), Pennsylvania  (20 Wahlfrauen/-männer) und Arizona (11 Wahlfrauen/-männer) an. Trump punktet dagegen in Ohio (18 Wahlmänner/-frauen). Deshalb sagen Prognosen voraus, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg Clintons größer ist, als es der relativ geringe Vorsprung in den landesweiten Umfragen vermuten lässt. 

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