Fragen zur US-Wahl

Flagge USA, Foto: Pixabay
Flagge USA mit Fragezeichen. Foto: Pixabay

Auf dieser Seite veröffentlichen wir häufig gestellte Fragen und Antworten zur der Präsidentschaftswahl in den USA 2016. Dies sind keine rechtsverbindlichen Auskünfte, dennoch hoffen wir, dass wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen können.

Die Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg arbeitet auf überparteilicher Grundlage. Wir können daher keine lokalen Vorgänge beurteilen bzw. bewerten. Unsere Absicht ist, Ihnen Hintergrundwissen auf konkrete Fragestellungen hin zu vermitteln.

Wenn Sie weitere Fragen zu den Wahlen in den USA haben, schreiben Sie uns an uswahl@remove-this.lpb-bw.de !


Wer darf US-Präsident/in werden? (passives Wahlrecht)

1. Wie wird man amerikanische/r Präsident/-in?

Die Wahl des amerikanischen Präsidenten findet in verschiedenen Stufen statt:

1. Vorwahlen: Februar bis Juni 2016

Wer Präsidentschaftskandidat der beiden großen US-Parteien, der Demokraten oder der Republikaner, werden will, muss zunächst seine Bereitschaft zur Kandidatur erklären. Dann muss er sich in den bundesweiten Vorwahlen gegen andere mögliche Kandidaten seiner eigenen Partei durchsetzen. Die Regeln für die Vorwahlen in den einzelnen US-Bundesstaaten sind unterschiedlich (siehe auch: "Primaries und Caucuses - was ist der Unterschied?")

Dieses Jahr dauerten die Vorwahlen sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern von Februar bis Juni 2016.

2. Nominierungsparteitage (National Conventions): Juli 2016

Bei den Nominierungsparteitagen der Demokraten und Republikaner kommen die Delegierten zusammen, die während der Vorwahlen von den Unterstützern der einzelnen Kandidaten gewählt worden sind. Dazu kommen ungebundene, hohe Parteifunktionäre und Amtsträger (bei den Demokraten "Superdelegates", bei den Republikanern "unpledged delegates" genannt (siehe auch "Welche Rolle spielen die "Superdelegierten"?) Die Delegierten bestimmen den Kandidaten der Partei für die nächsten Präsidentschaftswahlen.

Dieses Jahr haben die US-Republikaner bei ihrem Nominierungsparteitag in Cleveland (18. bis 21. Juli, Bundesstaat Ohio) Donald Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gewählt. Die US-Demokraten bestimmten bei ihrem Nominierungsparteitag in Philadelphia (25. bis 28. Juli Bundesstaat Pennsylvania) Hillary Clinton zu ihrer Kandidatin.

3. Wahltag: 8. November 2016

Bei der bundesweiten Wahl am 8. November 2016 fällt die Entscheidung, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird. Dann werden in den amerikanischen Bundesstaaten die 538 Wahlfrauen und -männer bestimmt, die dem "Electoral College" angehören. Um zum nächsten Präsidenten gewählt zu werden, muss ein Kandidat eine Mehrheit von 270 Stimmen erreichen.

4. Wahlmänner/-frauen-Gremium gibt Stimme ab: 19. Dezember 2016

Am 19. Dezember 2016 kommen die Wahlfrauen und Wahlmänner in den Hauptstädten der Bundesstaaten zusammen, um ihre Stimmen für den künftigen US-Präsidenten und den Vizepräsidenten abzugeben. Die Stimmen werden versiegelt und an den amtierenden Vize-Präsidenten übersandt und am 6. Januar 2017 vom Kongres ausgezählt.

5. Amtseinführung: 20. Januar 2017, 12 Uhr

Am 20. Januar 2017 endet die zweite Amtszeit des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama. Nach zwei Amtszeiten kann er nicht wiedergewählt werden - die amerikanische Verfassung schließt das aus. Am gleichen Tag findet um 12 Uhr die feierliche Amtseinführung des nächsten US-Präsidenten oder der nächsten US-Präsidentin statt.

2. Welche Rolle hat der amerikanische Präsident?

Der Präsident oder die Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wird alle 4 Jahre gewählt. Dabei ist die Wahl in das Amt höchstens zwei Mal (egal ob aufeinanderfolgend oder mit zeitlicher Unterbrechung) zulässig. Der Präsident ist Chef der Exekutive und zugleich Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Ebenso stellt der Präsident ein, die nationale Identität (mit)stiftendes, Symbol dar, da er in den US-Medien stets präsent ist. Der Amtssitz des Präsidenten ist das Weiße Haus in Washington D.C., in welchem auch der Vize-Präsident sein Büro hat. Der Präsident kann nicht abgewählt werden. Erst ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren, beispielsweise bei Verrat, Bestechung, sowie anderen Verbrechen und Vergehen, kann den Amtsträger zum Rücktritt zwingen.

3. Wer kann US-Präsident/-in werden?

Das passive Wahlrecht, also zum US-Präsidenten gewählt werden zu können, haben nur US-Bürgerinnen und -bürger,  die mindestens 35 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz seit mindestens 14 Jahren in den USA haben. Eine weitere Voraussetzung ist, dass sie natural born citizen sind. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass eine Person natural born citizen ist, wenn sie ihre US-Staatsbürgerschaft seit Geburt hat.

„No Person except a natural born Citizen, ... shall be eligible to the Office of President; neither shall any Person be eligible to that Office who shall not have attained to the Age of thirty-five Years, and been fourteen Years a Resident within the United States.“

Die Regelung stammte aus einer Zeit, in der man vermeiden wollte, dass sich europäische Einwanderer um das Präsidentenamt bewerben.

So konnte sich zum Beispiel Arnold Schwarzenegger, der ehemalige Gouverneur von Kalifornien, nicht als Präsidentschaftskandidat bewerben, da er gebürtiger Österreicher ist.

Wer darf abstimmen? (aktives Wahlrecht)

4. Wer darf wählen?

Zur Wahl sind alle US-Bürger zugelassen, die 18 Jahre oder älter sind. In manchen Staaten gibt es die Ausnahmeregelung, dass schon 17-Jährige wählen dürfen. Zusätzlich haben die einzelnen Bundesstaaten noch eigene Voraussetzungen, die zur Wahlteilnahme berechtigen. In fast allen Staaten muss man sich ein paar Wochen vor der Wahl registrieren lassen, um an der Wahl teilzunehmen.

5. Wie kann man sich zur Wahl registrieren lassen?

Wer an Präsidentschaftswahlen – oder einer anderen der zahlreichen Wahlen in den Vereinigten Staaten – teilnehmen will, muss sich in das Wahlregister seines Bundesstaates und seiner Gemeinde eintragen lassen. Da es in den Vereinigten Staaten anders als in Deutschland keine Meldepflicht und auch keine Einwohnermeldeämter gibt, können keine Wahlaufforderungen per Post versandt werden.

Wie man sich zur Wahl registrieren kann, ist in jedem Bundesstaat anders geregelt. In vielen Staaten ist eine Online-Registrierung möglich. In wenigen Bundesstaaten kann man sich als Wähler/-in registrieren lassen, wenn man seinen Führerschein beantragt (bsp. Alaska, Washington D.C.). Die Fristen für die Registrierung sind ebenfalls unterschiedlich und reichen von September 2016 bis zum Wahltag. In manchen Staaten ist eine Identifizierung mit einem Foto-Ausweis vorgeschrieben (Quelle: Liste des Fernsehsenders CNN).

Wer an den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaten teilnehmen will, kann bei der Registrierung angeben, wen er (potenziell) wählen würde. Die meisten Vorwahlen sind „geschlossen“ und es können nur Wähler daran teilnehmen, die sich für die jeweilige Partei registrieren lassen. Die Wähler legen sich durch diese Angabe jedoch nicht für die eigentliche Wahl fest.

6. Wie wird gewählt?

Der Präsident oder die Präsidentin wird in den USA nicht direkt von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt, sondern über die Entsendung von Wahlfrauen und -männern (Electoral College). Die Wahlberechtigten selbst können zwar die Kandidaten ankreuzen, die Stimmen eines Bundesstaates werden dann jedoch von den Wahlfrauen und -männern übergeben.

Bis auf die Bundesstaaten Maine und Nebraska (wo die Stimmen nach Proporz aufgeteilt werden) wird nach dem Mehrheitswahlrecht verfahren. Das heißt der Präsidentschaftskandidat, der die Mehrheit der Stimmen der Wahlberechtigten in einem Bundesstaat erhalten hat, bekommt nach dem Prinzip "The Winner Takes It All" alle Wahlfrauen und –Männer dieses Bundesstaates zugesprochen.

Die Anzahl der Wahlmänner eines Bundesstaates hängt von der Anzahl der Sitze der Kongressabgeordneten ab, die wiederum aufgrund der Bevölkerungsdichte der Staaten vergeben werden. Insgesamt gibt es 538 Wahlfrauen und –männer, die dann das Electoral College (Wahlkolleg) bilden.

Aufgrund dieses Wahlrechts kann es passieren, dass ein Präsidentschaftskandidat zwar insgesamt mehr Stimmen erhalten hat, im Electoral College jedoch nicht die Mehrheit erreicht. Bei der Wahl von George W. Bush im Jahr 2000 war dies der Fall.

7. Wie hoch ist die Wahlbeteiligung in den USA?

Infografik zur Wahlbeteiligung bei US-Wahlen, 1980 bis 2012

Für die Präsidentschaftswahlen 2016 liegt noch kein endgültiges Ergebnis über die Wahlbeteiligung vor, da auch noch kein offizielles Endergebnis vorliegt. Die vorläufige Wahlbeteiligung anhand der ausgewählten Stimmen wird mit 56,9 Prozent angegeben (Quelle: "United States Elections Project", Stand: 11. November) Das würde bedeuten, dass seit 1980 bei keiner Präsidentschaftswahl ein so niedriger Prozentsatz der Wahlberechtigten tatsächlich seine Stimme abgegeben hat wie im Jahr 2016. Das könnte damit zusammenhängen, dass sowohl Donald Trump (Republikaner) als auch Hillary Clinton (Demokraten) als sehr unbeliebte Kandidaten galten.

Bei den Präsidentschaftswahlen seit 1980 lag die Wahlbeteiligung in den USA etwa zwischen 55 und 60 Prozent der Wahlberechtigten (Quelle: US-Census Bureau). Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum lag die Beteiligung bei den deutschen Bundestagswahlen zwischen 70 und 90 Prozent (Quelle: Bundeswahlleiter).

Eine Erklärung für die niedrigere Wahlbeteiligung liegt darin, dass wahlberechtigte Amerikaner/-innen nicht automatisch eine Wahlbenachrichtigung erhalten, sondern sich vor den Wahlen extra registrieren lassen müssen. Im Gegensatz zu Deutschland finden die Wahlen außerdem nicht an einem Feiertag (Sonntag), sondern an einem Arbeitstag (Dienstag) statt.

Im untersuchten Zeitraum war die Beteiligung bei den Präsidentschaftswahlen 1992 am höchsten. Damals besiegte der demokratische Kandidat Bill Clinton den amtierenden Präsidenten und republikanischen Kandidaten George H. W. Bush (67,7 Prozent). Am niedrigsten war die Beteiligung vier Jahre später, als Bill Clinton sich seine Wiederwahl gegen Bob Dole (Republikaner) sicherte.

8. Werden Minderheiten bei den US-Wahlen benachteiligt?

Infografik zur Beteiligung unterschiedlicher ethnischer Gruppen an US-Wahlen

(Für die Präsidentschaftswahlen am 8. November 2016 liegen noch keine Zahlen zur Wahlbeteiligung unterschiedlicher ethnischer Gruppen vor. Sobald diese vorliegen, werden wir diese berücksichtigen.)

Angehörige von Minderheiten, besonders schwarze Wähler/-innen, wurden bei Wahlen in den USA lange benachteiligt. Zwar erhielten frühere (männliche) Sklaven bereits 1870 theoretisch das Wahlrecht - doch einzelne US-Bundesstaaten konnten dieses Recht in der Praxis stark einschränken.

Schwarze Bürger/-innen mussten in manchen, v.a. in südlichen Bundesstaaten beispielsweise sogenannte "literacy tests" bestehen, um als Wähler/-innen registriert zu werden. Sie mussten dabei nicht nur Lese- und Schreibkenntnisse nachweisen, sondern häufig auch lange Fragenkataloge zu abseitigen rechtlichen Aspekten bsp. der Verfassung beantworten (Beispiele für "literacy tests"). Manche Bundesstaaten erhoben besondere Steuern, wenn jemand sein Wahlrecht ausüben wollte. Solche Praktiken wurden durch den Voting Rights Act von 1965 weitgehend verboten.

Trotzdem gibt es bis heute Vorwürfe gegen einzelne Bundesstaaten, dass sie durch eine restriktive Wahlgesetzgebung versuchen, den Anteil von bsp. schwarzen Wähler/-innen niedrig zu halten. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob man einen Ausweis mit Foto braucht, um sich als Wähler/-in registrieren zu lassen. Die Bundesstaaten haben auch unterschiedliche Regelungen bezüglich der Zulässigkeit von Briefwahlen oder der Frage, ob man sich noch am Wahltag registrieren lassen kann. Erst im Juli 2016 haben US-Gerichte restriktive Wahlgesetze in drei Bundesstaaten gekippt (Quelle).

Die Wahlbeteiligung von Minderheiten war lange Zeit wesentlich niedriger als bei weißen Wähler/-innen. Allerdings hat sich das in den vergangenen Jahren geändert: bei den letzten zwei Präsidentschaftswahlen war die Beteiligung schwarzer Wähler/-innen überdurchschnittlich, wozu sicherlich auch die Mobilisierungswirkung von Barack Obama beigetragen hat. Bei den Wahlen von 2012 war die Beteiligung unter schwarzen Wähler/-innen (66,2 Prozent) sogar höher als bei weißen Wähler/-innen (64,1 Prozent) (Quelle: US-Census Bureau).

Fragen zum Wahlkampf

9. Was sind Swing-States?

In bestimmten US-Bundesstaaten haben die Demokraten oder Republikaner traditionell eine klare Mehrheit. Beispielsweise haben die US-Republikaner bei den letzten Wahlen in Texas immer klar gewonnen, die Demokraten in Kalifornien.

Als Swing States ("schwankende Staaten") werden hingegen US-Bundesstaaten bezeichnet, in denen kein Kandidat und keine Kandidatin mit einer sicheren Mehrheit rechnen kann. Wer auch nur wenige Stimmen mehr erhält, bekommt alle Wahlmänner und Wahlfrauen dieses Bundesstaates - deshalb ist der Wahlkampf in diesen Bundesstaaten auch besonders intensiv.

Die Kandidaten konzentrieren häufig einen großen Teil ihrer Auftritte und Fernsehspots auf die Swing States, weshalb diese auch Battleground States ("Schlachtfeld-Staaten") genannt werden.

Ob ein Staat als Swing State bezeichnet wird, wird durch Umfragewerte, die Registrierung von Wählern bestimmter Gruppen und die Ergebnisse der vergangenen Wahlen ermittelt. Der amerikanische Fernsehsender CNN sieht aktuell (August 2016) folgende US-Bundesstaaten als Swing States oder Battleground States an: Florida (29 Wahlfrauen/-männer), Iowa (6), New Hampshire (4), Nevada (6), Pennsylvania (20), Ohio (18), Virginia (13), North Carolina (15). (Quelle)

 

 

10. Wie viel kostet der Präsidentschaftswahlkampf?

Der Kampf um den Einzug ins Weiße Haus ist teuer - nach Schätzungen des "Center for Responsive Politics" (CRP) hat der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf 2012 (Barack Obama gegen Mitt Romney) insgesamt 2,6 Milliarden Dollar gekostet (Quelle: CRP). Die Ausgaben für die gleichzeitig stattfindenden Kongresswahlen wurden dabei nicht einmal mitgezählt.

Der Wahlkampf 2016 könnte noch teurer werden: bislang haben alle Kandidaten (inkl. der bereits ausgeschiedenen) etwa 1,3 Milliarden Dollar gesammelt (Stand: Ende Oktober 2016). Nominell unabhängige Organisationen, die sogenannten "Super-PACs", haben zusätzlich etwa 0,6 Milliarden Dollar gesammelt.

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat mit 445 Millionen Dollar am meisten Geld direkt eingenommen; unabhängige oder nominell unabhängige Organisationen, die Clinton unterstützen, haben weitere 171 Millionen Dollar eingeworben - das sind (zwei Wochen vor den Wahlen) insgesamt 616 Millionen Dollar.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat bislang 219 Millionen Dollar eingenommen; unabhängige oder nominell unabhängige Organisationen, die Trump unterstützen, haben weitere 214 Millionen Dollar eingeworben. Das sind insgesamt 433 Millionen Dollar (Quelle für beide Kandidaten: CRP).

In den USA gibt es keine staatliche Teilfinanzierung aus Steuermitteln wie etwa bei den Bundestagswahlen in Deutschland. 

11. Wie wird der Wahlkampf in Deutschland und den USA finanziert?

Zwischen der Wahlkampffinanzierung in Deutschland und den USA gibt es zwei große Unterschiede:

Erstens spielen die Parteien bei den Bundestagswahlen eine viel größere Rolle als bei den Präsidentschaftswahlen in den USA. Und zweitens finanzieren sich Parteien in Deutschland zu einem großen Teil aus staatlichen, d.h. Steuermitteln. Dabei gilt allerdings die Regel, dass eine Partei nicht mehr Geld durch staatliche Unterstützung erhalten darf als durch Mitgliederbeiträge und Spenden.

In den USA hingegen sind in erster Linie die Kandidat/-innen selber für die Finanzierung ihrer Kampagnen zuständig. Staatliche Unterstützung aus Finanzmitteln gibt es für den Wahlkampf nicht - deshalb spielen Spenden eine viel wichtigere Rolle für den Wahlkampf als in Deutschland.

Quelle:

Übersicht über staatliche Parteienfinanzierung in Deutschland im Jahr 2015

Wahlkampfausgaben der deutschen Parteien (bis 2013)

12. Wer darf für den Wahlkampf in den USA spenden?

Einzelpersonen dürfen einem Kandidaten maximal 2700 Dollar im Jahr spenden; Unternehmen und Verbände dürften theoretisch gar nichts spenden. Diese Hürde kann jedoch seit 2010 durch ein Gerichtsurteil des Supreme Court umgangen werden, undzwar mithilfe sogenannter Super-Pacs (Political Action Comittees). Diese Super-Pacs sind formal unabhängig von den Kandidaten und können unbegrenzt Geld für die Werbung für oder gegen einen Kandidaten ausgeben. Die Richter haben ihr Urteil mit dem Recht auf Meinungsfreiheit begründet. Auch Verbände und Unternehmen können sich an diesen Super-Pacs beteiligen. Obwohl die PACs formal unabhängig von den Kandidaten sein müssen, werden die meisten von Freunden oder alten Mitarbeitern der Kandidaten geleitet.

Quellen:

Federal Election Commission: Maximale Spendensummen

Fragen zum Wahltag (8. November 2016)

13. Wann wird gewählt?

Die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten erfolgt am Dienstag nach dem ersten Montag im November der Jahre mit gerader Jahreszahl. Somit ist dieses Jahr der 8. November 2016 der Wahltag (Election Day).

Die Wahlmänner und -frauen (Electoral College) treffen sich am Montag nach dem 2. Mittwoch im Dezember – Meeting of Electors - in ihrem Bundesstaat, um den Präsidenten und Vizepräsidenten zu wählen, also am 19. Dezember 2016.  Die Stimmzettel werden versiegelt und dem amtierenden Vizepräsidenten in seinem offiziellen Amt als Präsident des Senats übersandt.

Die Stimmen der Wahlmänner und -frauen werden dann am 6. Januar 2017 vom Kongress ausgezählt. Der Vizepräsident als Präsident des Senats hat den Vorsitz der Zählung und gibt die Ergebnisse der Wahl des Electoral College bekannt.

Am 20. Januar 2017 erfolgt schließlich die Vereidigung des neuen Präsidenten.

14. Warum sind Präsidentschafts- und Kongresswahlen immer am Dienstag?

1. Warum im November?
Diese Entscheidung wurde bereits 1792 vom Kongress getroffen und ist auf die Bedürfnisse einer von der Landwirtschaft geprägten Gesellschaft zurückzuführen. Anfang November ist die Ernte bereits eingeholt und das strenge Winterwetter (hoffentlich) noch weit entfernt.

2. Warum an einem Dienstag?
1845 hat der Kongress den Wahltag auf den Dienstag nach dem ersten Montag im November gesetzlich fixiert. Die USA waren immer noch zum größten Teil eine Agrargesellschaft und die Wähler/Farmer benötigten oftmals einen Tag, um an ihren Bezirksverwaltungssitz (county seat) zu gelangen, einen Tag zum Wählen und einen weiteren Tag für die Heimfahrt.
Damit es keine Überschneidungen mit den religiösen Ruhetagen (Sabbat und Sonntag) gibt, bleiben als Wahltag nur Dienstag oder Mittwoch. Da mittwochs vielerorts Markttag war, fiel die Entscheidung auf den Dienstag.

3. Warum der Dienstag nach dem ersten Montag?
1792 wurde auch gesetzlich festgelegt, dass das Wahlmännergremium, das den Präsidenten offiziell wählt, jeweils am ersten Mittwoch im Dezember zusammenkommt und die Wahl der Wahlmänner innerhalt von 34 Tagen vor diesem Termin stattfinden muss. Nun gibt es Konstellationen, in denen der erste Dienstag des Novembers und der erste Mittwoch des Dezembers mehr als 34 Tage auseinanderliegen können. Um diese Frist immer erfüllen zu können, kann also frühestens am 2. November gewählt werden.

15. Wie setzt sich das Electoral College zusammen?

Das Wahlmänner- und -frauengremium setzt sich aus den Wahlmännern und -frauen der einzelnen Bundesstaaten zusammen. Jeder Bundesstaat darf so viele Wahlmänner und -frauen entsenden, wie er Vertreter im Kongress hat. Die Verteilung der Repräsentanten auf die einzelnen Bundesstaaten wird durch eine alle zehn Jahre stattfindende Volkszählung ermittelt. Die Anzahl der Wahlmänner und -frauen variiert von drei Wahlmännern, die bevölkerungsarme Staaten wie Alaska oder Delaware entsenden, bis zu 55 Wahlmänner, über die der bevölkerungsreichste Bundesstaat Kalifornien verfügt. Insgesamt hat das Electoral College 538 Mitglieder.

Diese Zahl ergibt sich aus der Anzahl der Senatoren (100), der Abgeordneten (435) sowie der drei Wahlmänner, die der Hauptstadt-Distrikt seit einer Verfassungsänderung von 1961 hat.

Die Vorwahlen

16. Primaries und Caucuses - was ist der Unterschied?

Je nach Bundesstaat gibt es Vorwahlen (Primaries) oder die parteiinternen Wahlversammlungen (Caucuses) der Parteien. Die Parteien sind in ihrer Gestaltung frei und legen auch unterschiedliche Regeln fest. Seit den siebziger Jahren, als die Demokratische und die Republikanische Partei anfingen, die Regeln für die Auswahl ihrer Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidaten zu überarbeiten, ist das System im Fluss. Im Gegensatz zum Wahlmännerverfahren für die Wahl des Präsidenten ist das Verfahren zur Nominierung von Präsidentschaftskandidaten nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

Die Primaries kommen der demokratischen Transparenz innerhalb der Parteien mehr entgegen, vor allem die "open primaries". An diesen dürfen alle Wahlberechtigen teilnehmen und wählen, eine Mitgliedschaft in der Partei oder auch nur eine ausdrückliche Parteipräferenz sind dazu nicht erforderlich. Beim Verfahren der "closed primary" muss sich jeder Wähler öffentlich zu seiner Parteipräferenz bekennen. Auch hier ist es aber nicht notwendig, Mitglied einer Partei zu sein. Es genügt, die eigene Zugehörigkeit zu einer Partei auszudrücken, indem man sich für die Teilnahme an der Vorwahl registriert oder auch nur durch die Teilnahme selbst.

In Caucuses werden die Delegierten für die Nominierungsparteitage der Parteien (national convention), auf denen der Präsidentschaftskandidat offiziell nominiert wird, von lokalen oder regionalen Parteitagen oder Nominierungsversammlungen bestimmt. Dabei kommen die Anhänger einer Partei in Schulen, Kirchen oder Bibliotheken zusammen und beraten dort darüber, welchen Präsidentschaftskandidaten die Partei unterstützen möchte. Für den Caucus gelten in jedem Bundesstaat andere Regeln. Die Versammlungen dauern unterschiedlich lange. Zu den Wahlversammlungen beider Parteien sind nur registrierte Parteianhänger zugelassen. Wegen des aufwendigen Verfahrens nimmt gewöhnlich nur eine kleine Zahl der Parteianhänger an den Caucuses teil.

17. Welche Rolle spielen die "Superdelegierten"?

Bei den Nominierungsparteitagen der Demokraten und Republikaner entscheiden nicht alleine die gewählten Delegierten darüber, wer zum Präsidentschaftskandidat der Partei ausgerufen wird. Eine wichtige Rolle spielen auch hochrangige Parteimitglieder (also Kongressmitglieder, Gouverneure von US-Bundesstaaten sowie frühere Amtsinhaber). Diese sind nicht an die Vorwahlergebnisse in den US-Bundesstaaten gebunden, sondern können denjenigen Kandidaten unterstützen, den sie für am besten geeignet halten.

Bei den Demokraten werden die hochrangigen Parteimitglieder als "Superdelegates" bezeichnet und stellen beim Nominierungs-Parteitag 712 von insgesamt 4764 Delegierten. Das entspricht einem Anteil von knapp 15 Prozent.

Bei den Republikanern werden sie als "unpledged delegates", also als "ungebundene Delegierte" bezeichnet und stellen knapp 18 Prozent der Delegierten.

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